Variantenentscheid & Nutzwertanalyse (Precheck)

Workshop-Ablauf: Geführter Fortschritt
Kompakter Workshop-Leitfaden – ca. 85 Minuten

Vorbereiten · 10 Min.

Projektbasis und drei echte Varianten öffnen. Rollen klären: Moderation, Protokoll und je eine Stimme pro relevanter Stakeholder-Perspektive.

Relevanz entscheiden · 25 Min.

Leitfragen sind ein Erinnerungsraum, keine Pflichtliste. Jeder Stakeholder entscheidet aus seinem Blickwinkel, welche Themen relevant sind und welche bewusst entfallen. Weglassentscheide kurz begründen.

Priorisieren und bewerten · 30 Min.

Die begrenzten Punktebudgets konsequent einhalten. Kriterien messbar formulieren, Varianten mit denselben Informationen bewerten und Unsicherheit als offen kennzeichnen.

Beziehungen und Entscheid · 20 Min.

Synergien, Konflikte, Rückkopplungen und nicht kompensierbare Muss-Kriterien prüfen. Entscheid, Bedingungen, offene Nachweise und nächste Lernschleife protokollieren.

Moderationsregel: Das Tool entscheidet nicht. Es macht Perspektiven, Prioritäten, Spannungen und Begründungen nachvollziehbar.

Entscheidungs-Auswertung & Rangliste

Nutzwert-Vergleich

Skala 0 bis 6. KO bedeutet: mindestens ein Muss-Kriterium ist nicht erfüllt oder im Quality-Gate fehlgeschlagen.

Stakeholder-Punktebudget

Soll- und Ist-Punkte zeigen, ob die Gewichtung sauber verteilt ist.

1. Stakeholder-Gewichtung & Budget

Die Bauherrschaft ist fest auf 100 Punkte gesetzt. Alle weiteren Perspektiven erhalten bewusst nur 60, 40 oder 20 Punkte: Die Begrenzung zwingt zu Prioritäten und verhindert einen unverbindlichen Durchschnitt. Ein Punktebudget macht eine Perspektive hörbar, entscheidet aber nicht automatisch, welche Themen übernommen werden.

Bauherrschaft / Investor
Punktebudget: 100 Pkt
Bank / Finanzierung
Fachplaner (Arch/Physik)
Unternehmer / Handwerker
Nutzer / Betreiber
Mitwelt / Ökosysteme
Künftige Generationen / Gemeinwohl

Zusätzliche freie Stakeholder

2. Workshop: Bedürfnisse & Kriterien ermitteln

Die Leitfragen sind ein thematisches Gedächtnis, keine Pflichtliste. Sie erscheinen ausschliesslich im Blickwinkel, Bedürfnis- und Kompetenzbereich des gewählten Stakeholders. Der Stakeholder entscheidet selbst und nachvollziehbar: als Kriterium übernehmen, für später zurückstellen oder begründet als nicht projektrelevant markieren.

Leitfrage für die Diskussion Entscheid des Stakeholders

3. Kriterien- und Entscheidungsmatrix

A. Gesetzliche & normative Muss-Kriterien (Nicht verhandelbare KO-Kriterien)

Diese Kriterien haben keine Gewichtung, sind stakeholder-unabhängig und schlagen bei Nicht-Erfüllung als KO an.

Muss-Kriterium & Normbezug Typ / Status V1 V2 V3 Aktion

B. Projektspezifische Soll-Kriterien (Gewichtete Stakeholder-Bedürfnisse)

Kriterium, Indikator & Bewertungsmethode Gewicht (Pkt) V1 (1-6) V2 (1-6) V3 (1-6) Aktion

4. Beziehungsmatrix: Systemische Wechselwirkungen

Beziehungen werden nur einmal erfasst. Neben Zielkonflikten und Synergien können Voraussetzungen und Rückkopplungen mit Wirkungsstärke und Richtung beschrieben werden.

5. Quality-Gate & QS-Prüfprotokoll

Dokumentation der Abnahmeresultate für die aktive Phase. Festlegung des QS-Status für jedes Kriterium. Ein Status „Mangelhaft“ bei Muss-Kriterien führt zur Disqualifikation (KO). Bei Soll-Kriterien erfolgt die Erfassung ohne KO-Folge.

Kriterium & Indikator Soll-Zielwert Prüfmethode V1 Ist / Status V2 Ist / Status V3 Ist / Status

Protokoll-Freigabe (analog SIA 118 / SMGV)

Projektweite Kennwerte aus den Fachtools

Die Übersicht betrachtet die gesamte erfasste Gebäudehülle. Bauteilwerte werden als Spannweite über alle opaken Hüllbauteile verdichtet; Gesamtwerte stammen aus Ökobilanz und Lebenszykluskosten.

Kriterium V1 V2 V3
U-Wert-Spannweite Gebäudehülle [W/m²K]---
Erfasste Hüllfläche [m²]---
Ökobilanz Gebäudehülle, GWP [kg CO₂-eq]---
Lebenszykluskosten, 50 Jahre [CHF]---

6. Interpretation & Entscheidungsnotiz

Systemische Beziehungsanalyse

Keine Zielkonflikte definiert.
Schritt 1 von 6